Drei Hamburger Kleinflugzeuge können klimafreundlich tanken
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Drei Hamburger Kleinflugzeuge können klimafreundlich tanken

2. November 2026


Hamburg (dpa/lno) -

Nach zehnjährigem Einsatz von synthetischem Diesel im Fuhrpark des Hamburger Flughafens nutzen jetzt auch drei Kleinflugzeuge den alternativen Treibstoff. Die Cessna-Maschinen des Hanseatischen Flieger Clubs (HFC) können den Sprit des Lieferanten Tool-Fuel tanken. Der Treibstoff Cair XTL wird aus gebrauchten Speiseölen und anderen pflanzlichen Reststoffen sowie Wasserstoff hergestellt. 

Solche Kraftstoffe werden als HVO (Hydrotreated Vegetable Oil / hydriertes Pflanzenöl) bezeichnet. Weil das Kohlendioxid, das bei der Verbrennung von HVO entsteht, zuvor beim Wachstum der verwendeten Pflanzen der Luft entnommen wurde, gilt der Kraftstoff als klimafreundlich.

Nur für Maschinen mit Dieselmotor geeignet

Kleine Propellerflugzeuge tanken meist Flugbenzin. Einige Maschinen haben jedoch einen wassergekühlten Dieselmotor. Der ist zwar größer und schwerer als ein luftgekühlter Ottomotor, braucht aber deutlich weniger Sprit. Nach Angaben des HFC kommt ein Dieselflugzeug mit 20 Litern pro Stunde aus, ein Benziner fliegt mit 35 Litern pro Stunde.

Die mit HVO betankbaren Kleinflugzeuge vom Typ Cessna 172 werden vor allem im Ausbildungs- und Trainingsbetrieb genutzt. «Alternative Flugkraftstoffe werden auf vielen Ebenen vorangetrieben», sagte HFC-Vorstandsmitglied Technik, Enrico Hemling. «Als ehrenamtlicher Ausbildungsbetrieb wollen wir diese Entwicklung aktiv unterstützen und zeigen, das alternative Kraftstoffe schon heute im praktischen Flugbetrieb eingesetzt werden können.»

Theoretisch kann ein Dieselmotor problemlos mit HVO betrieben werden. Doch im Luftverkehr gelten strengere Bestimmungen. Die Firma Tool-Fuel, die nach Angaben von Geschäftsführer Alexander Stöhr ihren Kraftstoff vom Neste-Konzern aus Rotterdam (Niederlande) bezieht, garantiert durch ständige Tests eine besonders hohe Qualität. Der Fliegerclub kümmerte sich um die Zulassung des Treibstoffs durch den Flugzeug- und den Motorenhersteller. 

Passagierflugzeuge müssen zu zwei Prozent nachhaltigen Sprit tanken

Auch große Passagierflugzeuge sollen durch alternative Kraftstoffe ihren CO2-Ausstoß verringern. Seit 2025 müssen sie in der EU mindestens zwei Prozent SAF (Sustainable Aviatiation Fuel - nachhaltige Luftfahrttreibstoffe) tanken, ab 2030 sechs Prozent. Bis 2050 sollen es 70 Prozent sein, wie der Bereichsleiter Kommunikation, Politik und Umwelt am Flughafen Hamburg, Johannes Scharnberg, erklärt. 

In Deutschland gib es nach Angaben von Scharnberg bislang zwei Hersteller in Leipzig und Frankfurt, die mit Hilfe von Strom und grünem Wasserstoff sogenannten E-SAF produzieren. Das Unternehmen Holborn hat kürzlich angekündigt, ab 2028 auch in Hamburg SAF und HVO herzustellen. Zwei frühere Projekte zur SAF-Herstellung in Heide und im Hamburger Industriegebiet Billbrook und Rothenburgsort waren in den vergangenen Jahren aufgegeben worden. 

100 bis 150 Euro für eine Tonne CO2-Emission

Synthetische Kraftstoffe sind eigentlich deutlich teurer als herkömmliches Kerosin. Durch die CO2-Bepreisung und Steuern ändert sich jedoch das Verhältnis. Für eine Tonne Kohlendioxid müsse eine Airline zwischen 100 und 150 Euro zahlen, sagte Scharnberg. 

Durch den Einsatz von HVO hat der Flughafen Hamburg nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren 15.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Bereits im März 2022 hatte sich der Airport für CO2-neutral erklärt. Damit war allerdings nicht der Flugbetrieb gemeint.

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Quelle: dpa