
Mehrere Tausend bei Gen-Z-Demos in Hannover und Bremen
31. Oktober 2026
Hannover/Bremen (dpa/lni) -
In Hannover, Bremen und Göttingen sind mehrere Tausend Menschen für eine bessere Zukunft, mehr Klimaschutz, geringere Lebenshaltungskosten und gegen die Wehrpflicht auf die Straße gegangen. In Hannover sprach die Polizei von etwa 5.800 Teilnehmern, in Göttingen von rund 800.
In der Landeshauptstadt konnte sich der Aufzug erst mit Verspätung in Gang setzen, weil einige Protestierende medizinische Masken trugen. Wegen des Vermummungsverbots mussten sie diese absetzen. Später wurden zwei Nebeltöpfe gezündelt, ein Verantwortlicher dazu kontrolliert, wie es hieß.
Bundesweite Aufrufe
Rund 2.800 Menschen waren in Bremen dabei, wie die Polizei mitteilte. Polizeifeindliche Parolen, Pyrotechnik und Rauchtöpfe notierten die Beamten. In der Hansestadt fällt die Demo neben Halloween auch mit dem Freimarkt und einem Heimspiel von Werder Bremen zusammen. Die Demonstrationen fanden im Rahmen der bundesweiten Aufrufe von «Gen Z regelt» statt.
In zahlreichen Städten in Deutschland gingen junge Menschen auf die Straßen, vielerorts meldete die Polizei zunächst einen problemlosen Verlauf. Die Teilnehmer setzen sich unter anderem für ein bezahlbares Leben und mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie ein.
Nach Ausschreitungen bei Protesten in europäischen Nachbarländern hatten sich Ladenbesitzer und Politiker besorgt gezeigt, dass es auch hierzulande zu Krawallen kommen könnte. Die Initiative «Gen Z regelt» rief zu friedlichem Protest auf.
«Gen Z regelt» gegen Gewalt
«Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie ohne uns über unsere Zukunft entschieden wird», heißt es auf der Webseite von «Gen Z regelt». Die Generation Z umfasst je nach Definition junge Erwachsene, die zwischen Ende der 1990er und den frühen 2010er Jahren geboren wurden.
In einem Positionspapier moniert «Gen Z regelt» Einsparungen in den Bereichen Bildung, Soziales, Kultur und Gesundheit ebenso wie Preissteigerungen und Armut, eine mögliche Einführung einer Wehrpflicht, einen «Überwachungsapparat» sowie den Fachkräftemangel.
Sich selbst beschreibt die Initiative als überparteilich und offen für alle Menschen, «unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion oder politischer Meinung». «Gen Z regelt» positioniert sich zudem gegen Gewalt und Extremismus. «Unser Protest ist friedlich, ohne Ausnahme», heißt es.
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Quelle: dpa
