
Weniger Ausbildungsverträge in Schleswig-Holstein
3. November 2026
Kiel (dpa/lno) -
Auf dem Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein haben in diesem Jahr mehr Bewerber aus weniger Angeboten auswählen können. 15.065 Bewerbern, 254 mehr als im Vorjahr, standen 16.877 bei der Arbeitsagentur gemeldete Ausbildungsplätze offen, wie der Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Markus Biercher, mitteilte. Damit schrumpfte das Angebot im Vergleich zu 2025 um 957 Ausbildungsplätze. «Die wirtschaftliche Eintrübung macht sich auch auf dem Ausbildungsmarkt bemerkbar», sagte Biercher.
Er richtete einen Appell an die Unternehmen: «Melden Sie Ihre freien Ausbildungsstellen frühzeitig bei der Agentur für Arbeit. So können wir gezielt geeignete Bewerberinnen und Bewerber vermitteln und Sie bei der Nachwuchsgewinnung begleiten.» Es lohne sich, bei der Auswahl flexibel zu sein und auch Jugendlichen eine Chance zu geben, deren Potenziale nicht auf den ersten Blick erkennbar seien. Die Berufsberatung helfe jungen Menschen, berufliche Perspektiven zu entdecken. «Gemeinsam können wir mehr Ausbildungsplätze besetzen und einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Schleswig-Holstein leisten», ergänzte Biercher.
Fehlender Abiturjahrgang macht sich bemerkbar
Im Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein waren nach Angaben von Vize-Präsident Knud Hansen zum 30. September 7.944 neue Ausbildungsverhältnisse eingetragen – 745 weniger als im Vorjahr. «Das stellt unsere Ausbildungsbetriebe vor besondere Herausforderungen, denn Fach- und Arbeitskräfte sind ein entscheidender Standortfaktor für Schleswig-Holstein.»
In diesem Jahr mache sich auch der fehlende Abiturjahrgang wegen der Umstellung von G8 auf G9 bemerkbar. Rund 5.500 potenzielle Bewerberinnen und Bewerber fehlten. Gleichzeitig sei der Fachkräftebedarf hoch, denn 2035 gehen nach IHK-Angaben rund 189.000 beruflich qualifizierte Beschäftigte in Schleswig-Holstein in den Ruhestand.
Handwerk mit etwas mehr Verträgen
Das Handwerk berichtete dagegen von einer leicht gestiegenen Zahl an Ausbildungsverträgen. Sie nahm um 53 auf 6.421 zu. «Wir machen uns auch
künftig keine Sorgen, da das Handwerk für junge Menschen immer mehr in den Fokus rückt», sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Flensburg, Björn Geertz.
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Quelle: dpa
